Wussten Sie eigentlich, dass man zur Erläuterung von Sachverhalten in der Kunststofftechnik in vielen Fällen Vergleiche zur Natur und des Menschen heranziehen kann?
Weich-PVC (weichgemachtes Polyvinylchlorid) ist ein flexibler und langlebiger Kunststoff. Er zeichnet sich durch seine hohe Elastizität, gute Witterungsbeständigkeit sowie seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeitsaufnahme und Beständigkeit gegen Chemikalien, Reinigungs- und Desinfektionsmittel aus. Zudem ist Weich-PVC perfekt geeignet im Tauchverfahren, Beschichtungsverfahren und Spritzgießverfahren zu gummiähnlichen Produkten verarbeiten zu werden.
Weich-PVC enthält Weichmacher und ist dadurch elastisch, biegsam und flexibel. Hart-PVC kommt ohne Weichmacher aus und ist entsprechend steif, formstabil und besonders belastbar. Während Weich-PVC häufig für Schläuche, Folien, Tauchteile und Beschichtungen verwendet wird, findet Hart-PVC vor allem bei Rohren, Fensterprofilen und technischen Bauteilen Anwendung.
Weich-PVC erhält seine Elastizität durch spezielle Weichmacher. Aus Gesundheits- und Verbraucherschutzgründen werden bestimmte Phthalat-Weichmacher nur noch eingeschränkt und bei Anwendungen insbesondere bei Produkten für Kinder, Verbraucherprodukten und Anwendungen mit engem Hautkontakt, phthalatfreie Rezepturen verwendet.
Ja. Die internationale Abkürzung für Polyvinylchlorid lautet PVC. Der darin enthaltene Buchstabe C steht für das Halogen Chlor. Das gilt sowohl für Hart-PVC als auch für Weich-PVC. Das Chlor ist dabei fest in der Molekülstruktur des Kunststoffes eingebunden und wird bei der normalen Verwendung nicht freigesetzt. Erst bei der thermischen Zersetzung und der sofortigen Reaktion mit Wasser oder der Luftfeuchtigkeit entsteht ätzender und korrosiver Chlorwasserstoff (HCl) als Zersetzungsprodukt.
Produkte aus Weich-PVC weisen eine Dauertemperaturbeständigkeit von typischerweise 60–80 °C und kurzzeitig bis 90-100°C auf. Temperaturen darüber führen zur Erweichung des Materials und Verformung der aus Weich-PVC hergestellten Produkte. Ein speziell mit Zuschlagstoffen versehenes Weich-PVC kann gemäß VW-Prüfnorm P 1300 bis zu einer Temperatur von 200°C für die Zeitdauer von 45 min beaufschlagt werden, was in bestimmten Anwendungen als Alternative zu Silikonkappen ausreicht.
Ja, Kappen können grundsätzlich auch aus Tauchmaterialien wie Silikon oder Naturkautschuk hergestellt werden, die zwar beide eine höhere Dauertemperaturbeständigkeit als Weich-PVC aufweisen, aber von Hamco nicht verarbeitet werden.
Da herkömmliche Produkte aus Weich-oberhalb 90-100°C erweichen und unter Belastung verformen, wurde deshalb eine Weich-PVC Sondertype entwickelt, die längere Zeit bei höheren Temperaturen verwendet werden kann. Gemäß Prüfstandard zur Thermostabilität nach VW-Norm P 1300 kann diese Sondertype einer Temperatur von 200°C über eine Zeitdauer von 45 min standhalten. Bei einer um jeweils 10K niedrigeren Prüftemperatur verlängert sich die Einsatzdauer jeweils um das Zweifache (bei T=190°C auf 90min / bei T=180 °C auf 180min). Das reicht in vielen Fällen als Alternative zu spritzgegossenen oder getauchten Silikonkappen aus.
Gerade farbige Weich-PVC Produkte, die bei einer anwendungsgerechten Verwendung im Außenbereich längerer und intensiver UV-Einstrahlung ausgesetzt sind, müssen den Weich-PVC-Rezepturen vor der Verarbeitung gezielt UV-Stabilisatoren zugesetzt werden, um sowohl vorzeitiges Ausbleichen der Farben als auch einem Verlust der mechanischen Eigenschaften entgegenzuwirken. Weich-PVC der Farbe schwarz weist eine gute UV- und Witterungsbeständigkeit auf.
Weich-PVC ist ein langlebiger, flexibler Kunststoff mit guter Alterungsbeständigkeit. PVC nimmt kein Wasser auf, ist beständig gegenüber vielen Chemikalien und hält Witterungseinflüssen über lange Zeiträume stand. Die tatsächliche Lebensdauer aus Weich-PVC hergestellter Tauchteile und Beschichtungen hängt jedoch von den Einsatzbedingungen ab, insbesondere von der UV-Strahlung, der Temperaturbelastung und der mechanischen Beanspruchung. Durch den Einsatz geeigneter Stabilisatoren kann die Alterungsbeständigkeit zusätzlich verbessert werden.
Ja, Weich-PVC ist wasser- und seewasserbeständig. Das Material nimmt praktisch kein Wasser auf und behält seine physikalischen und mechanischen Eigenschaften auch bei dauerhaftem Kontakt mit Feuchtigkeit bei. Zudem ist Weich-PVC gegenüber Salzwasser weitgehend beständig, weshalb es häufig in maritimen Anwendungen oder beispielsweise für Schutzkappen, PVC-Gussteile oder beschichtete Bauteile im küstennahen oder Offshore-Einsatz von Windkraftanlagen eingesetzt wird.
Eine gute chemische Beständigkeit gegenüber vielen Säuren, Laugen, Salzlösungen und wasserbasierten Chemikalien zeichnet Weich-PVC aus. Darüber hinaus weist Weich-PVC eine gute Witterungsbeständigkeit und Beständigkeit gegenüber Wasser und Salzwasser auf. Gegenüber Ölen, Fetten, Kraftstoffen sowie einigen organischen Lösungsmitteln kann die Beständigkeit jedoch eingeschränkt sein, die von der jeweiligen Substanz, deren Konzentration sowie Einsatzbedingungen abhängt.
Je nach Anforderung und Funktion des Tauchteils stehen für die Wahl des geeigneten Materials Weich-PVC-Typen in einem weiteren Spektrum von 55 bis 96 Shore A Härtegraden zur Verfügung. Für die Herstellung leichtgängiger Faltenbälge empfehlen wir den Einsatz einer weichen Plastisol-Type mit ca. 55 Shore A. Die Standardhärte von 67 Shore A deckt die allermeisten Anwendungsfälle von Abdeck- und Schutzkappen der verschiedensten Industriezweige und Branchen ab. Wenn es um mechanisch weniger stark beanspruchte Tauchteile wie Griffhüllen für Handwerkzeuge und bei Ummantelung von Bauteilen um Korrosions- statt Stoßschutz oder eher um eine gute Griffigkeit der Oberfläche geht, ist eine Härte von 75 Shore A eine gute Wahl. Bei starker mechanischer Beanspruchung beschichteter Bauteile, die sowohl eine gute Abriebfestigkeit als auch hervorragende elektrische Isolationseigenschaften aufweisen sollen, kommt ein Plastisol mit der Härte von 85 Shore A zum Einsatz. Die härteste und somit auch gerade noch zu dem Weich-PVC-Typen zählende Plastisol-Type mit 96 Shore A ist hervorragend geeignet, wenn die Tauchteile eine hohe Steifigkeit und Abriebfestigkeit vorweisen müssen.
Neben der Härte unterscheiden sich die verschiedenen Weich-PVC-Typen auch in der Zusammensetzung. Insbesondere die phthalatfreien Weich-PVC-Typen eröffnen die Verwendung von Weich-PVC im medizintechnischen und therapeutischen Bereich, für Spielzeuge und Produkte mit längerfristigem Hautkontakt.
Weich-PVC besitzt aufgrund seines Chlorgehalts von Natur aus gute Brandschutzeigenschaften. Das Material ist schwer entflammbar und zeigt ein selbstverlöschendes Verhalten, sobald die Zündquelle entfernt wird. Aber Vorsicht: im Brandfall werden gesundheitsschädliche Rauchgase freigesetzt, die grundsätzlich nicht eingeatmet werden dürfen. Im normalen Einsatz stellen PVC-Tauchteile jedoch keine Gefahr dar; Risiken entstehen erst bei starker thermischer Zersetzung.
Ja, Weich-PVC ist optional auch in elektrisch ableitfähigen Ausführungen erhältlich. Durch Hinzugabe von speziellen Additiven zu bestehenden Plastisol-Rezepturen kann der elektrische Widerstand gezielt reduziert werden, sodass elektrostatische Aufladungen sicher abgeleitet werden. Elektrisch ableitfähiges Weich-PVC wird beispielsweise für Beschichtungen von Handwerkzeugen eingesetzt, in denen ein Schutz vor elektrostatischer Entladung (ESD) erforderlich ist.
Detektierbares Weich-PVC enthält metallische bzw. magnetisch detektierbare Additive, damit Materialreste mechanisch beschädigter oder verlorener Schutzkappen von Metalldetektoren oder Röntgensystemen insbesondere in der Lebensmittel-, Pharma- und Verpackungsindustrie erkannt und zum Schutz der Verbraucher ausgesondert werden können.
Für Weich-PVC-Tauchteile mit magnetischen Partikeln existieren fast ausschließlich Anwendungsfälle, die die Detektierbarkeit und nicht die Nutzung einer tatsächlichen Magnetfunktion voraussetzen.
Weich-PVC ist hervorragend geeignet, um Bauteile gegen elektrische Spannung zu isolieren und den Anwender zu schützen. Die Durchschlagsfestigkeit des Materials beträgt mindestens 15-20kV pro mm Materialdicke und ist damit absolut vergleichbar mit Silikon, wenn nicht sogar etwas überlegen.
Durch spezielle Materialzusätze können die elektrischen Eigenschaften gezielt angepasst werden, beispielsweise für elektrisch ableitfähige oder detektierbare Anwendungen.
Kleine Mengen gebrauchter Weich-PVC-Tauchteile können in vielen Regionen über den Restmüll eines Privathaushalts entsorgt werden. Für größere Mengen sowie gewerbliche Kunststoffabfälle gelten die jeweiligen lokalen Entsorgungs- und Recyclingvorschriften. Weich-PVC ist grundsätzlich recyclingfähig und sollte nach Möglichkeit einer geeigneten Verwertung zugeführt werden.
Ja, Weich-PVC ist grundsätzlich recyclingfähig. Ob und in welcher Form ein Recycling möglich ist, hängt von der Materialzusammensetzung, dem Verschmutzungsgrad und den regional verfügbaren Verwertungswegen ab. Bitte beachten Sie die für Sie geltenden Entsorgungs- und Recyclingvorschriften.
Damit sich eine PVC-Rundkappe leicht montieren lässt und gleichzeitig verliersicher auf dem Bauteil sitzt, müssen der Außendurchmesser des Bauteils und der Innendurchmesser der Kappe aufeinander abgestimmt sein. Für eine leichte Handmontage empfehlen wir den Innendurchmesser der Schutzkappe um 0,2- 0,5mm, für die Funktion eines sicheren Transportschutzes empfehlen wir den Innendurchmesser um 0,5 – 1,0mm kleiner auszuwählen.
Grundsätzlich sollte der Innendurchmesser der Rundkappe etwas kleiner als der Außendurchmesser des zu schützenden Bauteils gewählt werden. Durch die Elastizität des Weich-PVC dehnt sich die Kappe bei der Montage leicht auf und legt sich anschließend mit einer gewissen Vorspannung an die Oberfläche des Bauteils an. Dadurch entsteht der gewünschte sichere Halt.
Neben dem Durchmesser spielt auch die Kappenlänge eine wichtige Rolle. Längere Rundkappen bieten in der Regel eine größere Kontaktfläche und sitzen daher sicherer als kürzere Ausführungen. Oft ist es sinnvoller, eine etwas längere Kappe zu wählen, anstatt den Durchmesser stark zu verkleinern.
Bei härteren PVC-Materialien und längeren Kappen sollte die Maßdifferenz zwischen Kappe und Bauteil geringer ausfallen, damit die Kappe weiterhin problemlos montiert werden kann.
PVC-Rechteckkappen werden auf das Ende eines normierten Vierkantrohrs oder Rechteckprofils aufgesteckt. Was so einfach klingen mag, ist je nach Abmessung der Schutzkappen unterschiedlich leicht, aber in jedem Falle ohne Hilfswerkzeuge machbar. Um den verliersicheren Sitz der Rechteckkappen zu gewährleisten ist eine Vorspannung der Kappen auf dem Bauteil notwendig. Die Vorspannung wird über ein geringes Untermaß der längeren Rechteckabmessung erzielt. Bei einer Rechteckkappe 8 x 12mm ist das Maß 12 im Untermaß gefertigt. Das kleinere Maß der Rechteckkappe lässt sich zunächst ohne Mühe auf das Vierkantrohr aufsetzen. Mit flacher Handinnenfläche und mit etwas Schub in Richtung der längeren Abmessung, wird die Kappe bis zur Kante geschoben und abschließend mit etwas Kraftaufwand darüber gestülpt. Etwas Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel auf der Oberfläche eines der beiden Bauteile genügt, um die Montage nochmals etwas zu erleichtern.
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