FAQ – Häufige gestellte Fragen

FAQ: Wanddicke von PVC- Tauchteilen und PVC-Beschichtungen

Die minimal oder maximal erreichbaren Wandstärken sind insbesondere abhängig von der gespeicherten Wärmeenergie der im Ofen erhitzten metallischen Tauchkerne und zu beschichtenden Bauteilen, der Verweilzeit der eingetauchten und sich im Tauchbecken abkühlenden Metallkerne und Bauteile, der Geometrie und der Viskosität des PVC-Werkstoffs.

Tendenziell können mit dickeren Tauchkernen, beispielsweise größeren Durchmessern runder Tauchkerne für die Herstellung von Rundkappen, auch größere Wandstärken erzielt werden. Für den Schutz von Schraubverbindungen werden Rundkappen für den Bau von Windkraftanlagen von z.B. 400mm Länge und Wanddicken von 4,5mm gefertigt.

Bei der Beschichtung von mitunter komplexen Bauteilgeometrien müssen die Wanddicken der Beschichtung in praktischen Versuchen ermittelt werden.

Damit die Tauchteile nach dem Geliervorgang problemlos von den unterschiedlich geformten Tauchkernen entformt werden können, benötigen sie eine ausreichende Mindestwanddicke. Ist die Wanddicke zu gering, kann das Tauchteil beim Entformen deformieren oder umstülpen.

Die erforderliche Mindestwanddicke hängt von der jeweiligen Geometrie des Tauchteils ab. Daher geben wir in unseren Angeboten die technisch notwendige Mindestwanddicke an.

Je nach Geometrie des Tauchteils werden die Tauchkerne unterschiedlich schnell und tief in das Tauchbecken ein- und wieder ausgetaucht.

Bleibt der Tauchkern zu kurz im Tauchbecken, dann die entstehende PVC-Schicht zu dünn sein, um das Teil anschließend deformationsfrei und prozesssicher entformen zu können. In solchen Fällen wird die Verweilzeit erhöht, um eine ausreichend starke Wanddicke zu ermöglichen.

Die Wandstärke unserer Tauchteile wird zerstörungsfrei am offenen Ende des Bauteils gemessen. Hierfür verwenden wir einen Messschieber, dessen Messschenkel die innere und äußere Oberfläche des Weich-PVC-Teils nur leicht berühren. Dieses Verfahren liefert zuverlässige Ergebnisse und ist für Tauchteile vollkommen ausreichend. Im Vergleich zu Spritzgussteilen sind die Wandstärken mit einer Toleranz von ± 0,2mm vergleichsweise großzügig ausgelegt. Da auch die Anforderungen an die Maßhaltigkeit in der Regel geringer sind, ermöglicht diese Messmethode eine sichere und praxisgerechte Qualitätskontrolle.

Nein. Beim PVC-Tauchverfahren (Dip Molding) als auch bei der PVC-Beschichtung (Dip Coating) lässt sich keine vollständig konstante Wanddicke über die gesamte Länge eines Produktes erzielen.

Die Wandstärke wird von verschiedenen Faktoren beeinflusst, darunter die Verweilzeit des Tauchkerns bzw. dem zu beschichtenden Bauteils im Plastisol, die im Werkzeug oder Bauteil gespeicherte Wärmeenergie, die Geometrie des Tauchteils oder Bauteils sowie die Viskosität des verwendeten Weich-PVC.

Grundsätzlich entsteht die größte Wanddicke dort, wo der erhitzte Tauchkern / das erhitzte Bauteil zuerst mit dem Plastisol in Kontakt kommt. Dieser Bereich verbleibt während des Tauchvorgangs am längsten im Tauchbecken, sodass sich dort die stärkste PVC-Schicht aufbauen kann.

Bei einer einfachen Rundkappe ist die Wandstärke daher am geschlossenen Ende am größten und nimmt zum offenen Ende hin kontinuierlich ab.

Da der Schichtaufbau überwiegend über die im Tauchkern oder  dem zu beschichtenden Bauteil gespeicherte Wärmeenergie erfolgt und die bereits gebildete PVC-Schicht gleichzeitig wärmeisolierend wirkt, sind dem Wandstärkenaufbau physikalische Grenzen gesetzt. Geringe Schwankungen der Wandstärke sind daher verfahrensbedingt und technisch nicht vermeidbar.

FAQ: Einfluss der Teilegeometrie auf Qualität der PVC- Tauchteile und PVC-Beschichtungen

An Kanten und Spitzen entstehen lokale Dickenunterschiede, die nicht vermieden werden können. Je kleiner der Winkel zwischen zwei benachbarten Flächen, desto kleiner fällt die Materialschicht über der Kante aus. Bei spitzen Winkeln und spitz herausragenden Geometrien besteht die Gefahr, dass der Schichtaufbau unzureichend ist, um eine funktional wirksame und geschlossene Wanddicke erzielen zu können.

Bei kundenspezifischen Teilen wird die Wanddickenverteilung durch die Form des Tauchkerns respektive des zu beschichtenden Bauteils beeinflusst. Bereiche mit größerem Materialvolumen speichern mehr Wärmeenergie und kühlen langsamer ab. Dadurch kann sich dort über einen längeren Zeitraum PVC anlagern, was zu lokal höheren Wandstärken führt. In den Ecken benachbarten Flächen haftet das zäh abfließende Material an und führt zusätzlich zu einer Materialanhäufung.

Tropfnasen und Verlaufsspuren sind verfahrensbedingte Erscheinungen des PVC-Tauch- und Beschichtungsverfahrens. Nach dem Herausziehen des Tauchkerns oder des beschichteten Bauteils aus dem Plastisol fließt überschüssiges Material aufgrund der Schwerkraft langsam nach unten ab und sammelt sich bevorzugt in Vertiefungen, in Nuten, an Ecken und an den tiefsten Stellen des Bauteils.

Wie stark dieser Effekt ausgeprägt ist, hängt unter anderem von der Viskosität des verwendeten Weich-PVC ab. Materialien mit höherer Shore-Härte sind in der Regel zähflüssiger und fließen langsamer ab. Dadurch können sich lokale Materialanhäufungen, Tropfnasen oder leichte Verlaufsspuren bilden.

Diese Merkmale sind technisch bedingt und lassen sich beim Tauch- und Beschichtungsverfahren nicht vollständig vermeiden.

Beim Eintauchen der Tauchkerne muss darauf geachtet werden, dass mit geometriebedingten Hinterschnitten und Hohlräumen keine Luft mit in die Tiefe des Plastisols hineingeschleppt wird. Das flüssige Plastisol streift die Luft beim Eintauchen ab. Luftbläschen, die am Kern haften, werden vom Plastisol überspült. Nach dem Entformen sind die Bläschen an der Wandung der Innenkontur gut zu erkennen. Die nicht sichtbare Innenkontur der Tauchteile ist ein Abbild der Oberfläche der Tauchkerne.

Werden die Tauchkerne zu schnell ins Tauchbecken eingelassen, können sich Luftbläschen von den Tauchkernen ablösen. Weil die Bläschen nur langsam zur Oberfläche des zähflüssigen Plastisols nach oben aufsteigen, wird die PVC-Tauchpaste zusehends mit Bläschen durchsetzt. Oberflächenfehler auf der sichtbaren Außenkontur der Tauchteile sind Ursache zu großer Eintauchgeschwindigkeiten und mangelhafter Sorgfalt beim Eintauchen der Kerne.

Bei sachgerechter Lagerung können PVC-Kappen über viele Jahre gelagert werden, ohne dass ihre Gebrauchseigenschaften wesentlich beeinträchtigt werden. Voraussetzung sind möglichst konstante Temperaturen nahe der Raumtemperatur, der Schutz vor direkter Sonneneinstrahlung und UV-Strahlung sowie die Vermeidung von Kontakt mit Lösungsmitteln oder anderen chemischen Einflüssen.

Für eine langfristige Lagerung empfehlen wir die Aufbewahrung in geschlossenen, stabilen Lagerbehältern. Die Versandverpackung ist primär für einen wirtschaftlichen Transport ausgelegt und eignet sich nicht immer für eine mehrjährige Lagerung. Insbesondere bei größeren Stückzahlen kann das Eigengewicht der Teile zu Druckbelastungen und dauerhaften Verformungen der untenliegenden Kappen führen. Ein Umfüllen in geeignete Lagerkästen kann dieses Risiko deutlich reduzieren.

FAQ: Verarbeitungsverfahren von Weich- PVC

Weich-PVC eignet sich besonders für die Verarbeitung mittels Extrusion, Spritzgießen, Tauchen, Beschichten, Tiefziehen, dem thermischen Fügen und dem lösemittelhaltigen Kleben. Aufgrund seiner Weichheit und der Temperaturempfindlichkeit erfordert der Werkstoff PVC spezielle Fertigungsprozessparameter, die ein thermisches Zersetzen des Materials verhindern.

Unsere Verfahren im Detail:

Spritzgießen: Weich-PVC wird im Zylinder einer Spritzgießmaschine aufgeschmolzen (ca. 160–200 °C) und in formgebende Werkzeuge eingespritzt, um präzise und komplexe Formteile (z. B. Dichtungen oder Stopfen) herzustellen. Erfahren Sie mehr über das PVC-Spritzgießverfahren

Tauchen & Beschichten: Metalle oder andere Trägermaterialien, die für ein Aufheizen im Ofen geeignet sind, werden in flüssiges Weich-PVC (Plastisol) getaucht, um strapazierfähige und stoßdämpfende Überzüge oder flexible Tauchteile zu erzeugen. Erfahren Sie mehr über das Tauchverfahren und die PVC-Beschichtung

Fügen & Kleben: PVC-Teile lassen sich thermisch (z. B. Heißluftschweißen) oder chemisch (Kleben) verbinden. Dabei kommen spezielle, weichmacherechte Klebstoffe zum Einsatz.

Der wesentliche Unterschied liegt in der Art und Präzision der Formgebung: Beim Spritzgießen wird geschmolzener, heißer Kunststoff unter hohem Druck in eine geschlossene, gekühlte Hohlform gepresst und nach dem Abkühlen als fertiges Formteil mit sehr guter Abbildegenauigkeit der Innen- und Außenkontur entformt.  Beim Tauchverfahren wird ein zuvor erhitztes Bauteil oder erhitzter Tauchkern in ein unbeheiztes Bad flüssigen PVC Kunststoffs (Plastisol) getaucht und verweilt im Tauchbecken, bis sich ohne Einwirkung von Druck, an der mit Flüssigkeit benetzten und sich langsam abkühlenden Metalloberfläche ausreichend Material angelagert hat. Die Innenkontur zeigt eine gute Abbildegenauigkeit, während die Außenkontur eher verrundet und weniger präzise ausfällt.

Beim PVC-Tauch- und Beschichtungsverfahren bezeichnet Gelieren bzw. der Geliervorgang den Übergang des flüssigen PVC-Plastisols in einen festen, gummiartigen Zustand durch Einwirkung von Temperaturen ab 80°C.

Im kalten Zustand liegen feinste PVC-Partikel, Weichmacher und weitere Rezepturbestandteile gleichmäßig und lose verteilt im flüssig-pastösen PVC-Plastisol vor. Wird nun ein starkt aufgeheiztes Werkstück in die Paste getaucht, werden die PVC-Partikel durch den Kontakt zur heißen Oberfläche angeregt, Weichmacher in sich aufzunehmen, aufzuquellen und an der heißen Oberfläche anzuhaften. Sehr schnell bildet sich so eine gelartige Schicht an der Oberfläche des sich langsam abkühlenden Metallteils aus. Die physikalischen und mechanischen Eigenschaften der PVC-Type werden nach einer abschließenden Wärmebehandlung oberhalb 150°C im Ofen erzielt.

Die Aufgabenstellung ist der wesentliche Unterschied im Vergleich der beiden Herstellverfahren. Während bei der Beschichtung ein zuvor erhitztes Bauteil eine Funktionsschicht (z.B. Korrosionsschutz, elektrisch isolierende Ummantelung) durch das Eintauchen in ein Plastisol-Tauchbad erhält (Dip Coating) und auf dem Bauteil verbleibt, ist es das Ziel beim Tauchverfahren eines zuvor erhitzten Formkörpers (Dip Moulding), nach dem Gelieren ein Funktionsteil (Abdeckkappe, Lackier- oder Stoßschutz) vom Tauchkern abziehen und für beliebige Bauteile verwenden zu können.

Bei der PVC-Beschichtung von metallischen Bauteilen wird darauf geachtet, dass diese möglichst frei von fett- und ölhaltigen Verschmutzungen sind. Bauteile werden in einem Ofen erhitzt und anschließend in das mit Plastisol gefüllte Tauchbecken eingebracht. Durch die Einwirkung von Wärmeenergie geliert und verschmilzt das PVC zu einer geschlossenen, fest haftenden Kunststoffschicht, die das Bauteil nach der abschließenden Wärmebehandlung vor Korrosion und mechanischer Beanspruchung schützt.

Weiterreichende Informationen für Einkäufer, Techniker, Konstrukteure und Entwickler halten wir auf der Produktseite der Beschichtung und Gummierung mit PVC bereit.

Beschichtet werden können vor allem Metalle (Stahl, Baustahl, Edelstahl, Aluminium, Kupfer, Messing), außerdem Glas und Keramik sowie einige temperaturbeständige Kunststoffe. In der industriellen Praxis werden jedoch überwiegend Metallteile im PVC-Tauchverfahren beschichtet, weil sie die erforderlichen Prozesstemperaturen aushalten und die für den Geliervorgang erforderliche Wärmeenergie speichern können.

Die Eignung verzinkter oder pulverbeschichteter Metallteile zur Beschichtung mit PVC muss in der Praxis getestet werden, da auch die Qualität der Vorbehandlung für das qualitative Ergebnis der Beschichtung entscheidend ist. Da eine Pulverbeschichtung wie ein Haftvermittler zwischen Metall und PVC-Schicht wirkt, sollten die Prozessparameter für die PVC-Beschichtung an unbeschichteten Rohteilen ermittelt werden. Sichtbare Verfärbungen an nicht beschichteten Bereichen verzinkter Teile als auch eine mögliche Blasenbildung qualitativ minderwertig pulverbeschichteter Metallteile sind nicht vollständig auszuschließen.

Einige hochtemperaturbeständige Kunststoffe wie PEEK, PET können unter bestimmten Voraussetzungen beschichtet werden. Selbst wenn die Erweichungstemperatur oberhalb 200 °C liegt muss die Wanddicke im beschichtenden Bereich der Kunststoffteile ausreichend groß dimensioniert sein, um die für das Gelieren der PVC-Partikel an der Formteilwand notwendige Wärmeenergie speichern und langsam abgeben zu können.

Ja, eine zweite PVC-Schicht anderer Farbe kann im Tauchverfahren aufgebracht werden. Dieses Verfahren wird eingesetzt, wenn mehrfarbige Schichten, dekorative Effekte oder zusätzliche Funktionsschichten unterschiedlicher Härte gewünscht sind.

Zuerst wird ein Bauteil oder ein geformter Tauchkern in das PVC-Plastisol mit der ersten Farbe getaucht und die erste Schicht mit der gewünschten Schichtstärke geliert. Je nach Prozess wird das abgekühlte Bauteil oder der Tauchkern erneut auf ein jetzt niedrigeres Temperaturniveau erhitzt oder während des laufenden Prozesses auf einer definierten Temperatur gehalten. Es folgt der zweite Tauchvorgang im Plastisol mit anderer Farbe. Die zweite Schicht geliert auf Oberfläche der vorhandenen ersten PVC-Schicht. Bei der abschließenden Wärmebehandlung werden beide Schichten thermisch miteinander verbunden.

Ein vollständiges Übertauchen mit einer zweiten Farbe führt normalerweise dazu, dass die erste Farbe verdeckt wird. Zweifarbige Designs entstehen daher häufig durch ein partielles Eintauchen oder Abdecken (Maskieren) bestimmter Funktionsbereiche. Als Anwendungsbeispiele können Werkzeuggriffe mit farbiger Griffzone oder auch mechanisch beanspruchte Schutzkappen dienen, die einen Verschleiß rechtzeitig erkennen lassen.

Ja, Weich-PVC kann geschweißt werden. Es gehört zu den thermoplastischen Kunststoffen und wird beim Erwärmen weich bzw. schmelzfähig, sodass sich zwei Teile stoffschlüssig verbinden lassen. Am häufigsten werden die Fügeflächen mit einem heißen Keil erhitzt und anschließend unter Druck zusammengepresst. Doch Vorsicht: Eine Überhitzung der Fügestellen kann zur thermischen Zersetzung von PVC führen. Bei der Zersetzung wird unter anderem Chlorwasserstoff (HCl) freigesetzt, weshalb eine gute Absaugung erforderlich ist. Da beim Schweißen entstandene wulstartige Fügestelle mechanisch nachgearbeitet werden muss, empfehlen wir die Teile miteinander zu verkleben.

Weich-PVC lässt sich grundsätzlich gut kleben, allerdings ist die Klebstoffauswahl wichtiger als bei Hart-PVC, da die enthaltenen Weichmacher die Klebeverbindung negativ beeinflussen können. Meist werden zwei Weich-PVC-Teile mit lösungsmittelhaltigen PVC-Klebstoffen verklebt. Entscheidend ist, dass der Klebstoff für weichmacherhaltiges PVC geeignet ist, damit die Verbindung nach dem Abdunsten des Lösemittels an der Fügestelle dauerhaft flexibel und fest bleibt. Im Gegensatz zum Schweißen von Weich-PVC-Teilen) entsteht beim Verkleben nur eine sehr geringe wulstartige Verdickung an der Fügestelle.

Ja, sowohl Weich-PVC-Tauchteile als auch PVC-beschichtete Bauteile können grundsätzlich im Tampondruckverfahren bedruckt werden. Das 1- bzw. 2-Komponenten-Farbsystem ist hervorragend auf die Oberflächenbeschaffenheit der glänzend-glatten Standard- und als auch auf die matte Perlstrukturoptik der beiden Weich-PVC- Sondertypen und den darin enthaltenen Weichmachern abgestimmt. Eine Vorbehandlung (z. B. Reinigung, Beflammung, Corona- oder Plasma-Behandlung) ist bei unseren PVC-Produkten nicht notwendig.

Ja, bei Tauchteilen aus Weich-PVC können Hinterschneidungen häufig realisiert werden, und zwar deutlich einfacher als bei vielen Spritzgussteilen. Leichte bis mittlere Hinterschneidungen bzw. sogenannte Zwangsentformungen mit dünnen Wandungen sind bei Weich-PVC-Tauchteilen oft problemlos möglich, da das Material ausreichend flexibel und elastisch ist.  Beim Abziehen vom Tauchkern kann das mit einer Rastnute, einem umlaufenden Wulst versehene Tauchteil kurzzeitig verformt (aufgedehnt) werden und kehrt anschließend wieder in seine ursprüngliche Form zurück.

Bei ausgeprägten Hinterschneidungen wie die eines Faltenbalgs, müssen wir die Geometrie anhand von Materialhärte, Wandstärke und Tauchkernkonstruktion bewertet werden.

FAQ: Materialeigenschaften von Weich- PVC

Weich-PVC (weichgemachtes Polyvinylchlorid) ist ein flexibler und langlebiger Kunststoff. Er zeichnet sich durch seine hohe Elastizität, gute Witterungsbeständigkeit sowie seine Widerstandsfähigkeit gegenüber Feuchtigkeitsaufnahme und Beständigkeit gegen Chemikalien, Reinigungs- und Desinfektionsmittel aus. Zudem ist Weich-PVC perfekt geeignet im Tauchverfahren, Beschichtungsverfahren und Spritzgießverfahren zu gummiähnlichen Produkten verarbeiten zu werden.

Weich-PVC enthält Weichmacher und ist dadurch elastisch, biegsam und flexibel. Hart-PVC kommt ohne Weichmacher aus und ist entsprechend steif, formstabil und besonders belastbar. Während Weich-PVC häufig für Schläuche, Folien, Tauchteile und Beschichtungen verwendet wird, findet Hart-PVC vor allem bei Rohren, Fensterprofilen und technischen Bauteilen Anwendung.

Weich-PVC erhält seine Elastizität durch spezielle Weichmacher. Aus Gesundheits- und Verbraucherschutzgründen werden bestimmte Phthalat-Weichmacher nur noch eingeschränkt und bei Anwendungen insbesondere bei Produkten für Kinder, Verbraucherprodukten und Anwendungen mit engem Hautkontakt, phthalatfreie Rezepturen verwendet.

Ja. Die internationale Abkürzung für Polyvinylchlorid lautet PVC.  Der darin enthaltene Buchstabe C steht für das Halogen Chlor. Das gilt sowohl für Hart-PVC als auch für Weich-PVC. Das Chlor ist dabei fest in der Molekülstruktur des Kunststoffes eingebunden und wird bei der normalen Verwendung nicht freigesetzt. Erst bei der thermischen Zersetzung und der sofortigen Reaktion mit Wasser oder der Luftfeuchtigkeit entsteht ätzender und korrosiver Chlorwasserstoff (HCl) als Zersetzungsprodukt.

Produkte aus Weich-PVC weisen eine Dauertemperaturbeständigkeit von typischerweise 60–80 °C und kurzzeitig bis 90-100°C auf. Temperaturen darüber führen zur Erweichung des Materials und Verformung der aus Weich-PVC hergestellten Produkte. Ein speziell mit Zuschlagstoffen versehenes Weich-PVC kann gemäß VW-Prüfnorm P 1300 bis zu einer Temperatur von 200°C für die Zeitdauer von 45 min beaufschlagt werden, was in bestimmten Anwendungen als Alternative zu Silikonkappen ausreicht.

Ja, Kappen können grundsätzlich auch aus Tauchmaterialien wie Silikon oder Naturkautschuk hergestellt werden, die zwar beide eine höhere Dauertemperaturbeständigkeit als Weich-PVC aufweisen, aber von Hamco nicht verarbeitet werden.

Da herkömmliche Produkte aus Weich-oberhalb 90-100°C erweichen und unter Belastung verformen, wurde deshalb eine Weich-PVC Sondertype entwickelt, die längere Zeit bei höheren Temperaturen verwendet werden kann. Gemäß Prüfstandard zur Thermostabilität nach VW-Norm P 1300 kann diese Sondertype einer Temperatur von 200°C über eine Zeitdauer von 45 min standhalten. Bei einer um jeweils 10K niedrigeren Prüftemperatur verlängert sich die Einsatzdauer jeweils um das Zweifache (bei T=190°C auf 90min / bei T=180 °C auf 180min). Das reicht in vielen Fällen als Alternative zu spritzgegossenen oder getauchten Silikonkappen aus.

Gerade farbige Weich-PVC Produkte, die bei einer anwendungsgerechten Verwendung im Außenbereich längerer und intensiver UV-Einstrahlung ausgesetzt sind, müssen den Weich-PVC-Rezepturen vor der Verarbeitung gezielt UV-Stabilisatoren zugesetzt werden, um sowohl vorzeitiges Ausbleichen der Farben als auch einem Verlust der mechanischen Eigenschaften entgegenzuwirken. Weich-PVC der Farbe schwarz weist eine gute UV- und Witterungsbeständigkeit auf.

Weich-PVC ist ein langlebiger, flexibler Kunststoff mit guter Alterungsbeständigkeit. PVC nimmt kein Wasser auf, ist beständig gegenüber vielen Chemikalien und hält Witterungseinflüssen über lange Zeiträume stand. Die tatsächliche Lebensdauer aus Weich-PVC hergestellter Tauchteile und Beschichtungen hängt jedoch von den Einsatzbedingungen ab, insbesondere von der UV-Strahlung, der Temperaturbelastung und der mechanischen Beanspruchung. Durch den Einsatz geeigneter Stabilisatoren kann die Alterungsbeständigkeit zusätzlich verbessert werden.

Ja, Weich-PVC ist wasser- und seewasserbeständig. Das Material nimmt praktisch kein Wasser auf und behält seine physikalischen und mechanischen Eigenschaften auch bei dauerhaftem Kontakt mit Feuchtigkeit bei. Zudem ist Weich-PVC gegenüber Salzwasser weitgehend beständig, weshalb es häufig in maritimen Anwendungen oder beispielsweise für Schutzkappen, PVC-Gussteile oder beschichtete Bauteile im küstennahen oder Offshore-Einsatz von Windkraftanlagen eingesetzt wird.

Eine gute chemische Beständigkeit gegenüber vielen Säuren, Laugen, Salzlösungen und wasserbasierten Chemikalien zeichnet Weich-PVC aus. Darüber hinaus weist Weich-PVC eine gute Witterungsbeständigkeit und Beständigkeit gegenüber Wasser und Salzwasser auf. Gegenüber Ölen, Fetten, Kraftstoffen sowie einigen organischen Lösungsmitteln kann die Beständigkeit jedoch eingeschränkt sein, die von der jeweiligen Substanz, deren Konzentration sowie Einsatzbedingungen abhängt.

Je nach Anforderung und Funktion des Tauchteils stehen für die Wahl des geeigneten Materials Weich-PVC-Typen in einem weiteren Spektrum von 55 bis 96 Shore A Härtegraden zur Verfügung. Für die Herstellung leichtgängiger Faltenbälge empfehlen wir den Einsatz einer weichen Plastisol-Type mit ca. 55 Shore A. Die Standardhärte von 67 Shore A deckt die allermeisten Anwendungsfälle von Abdeck- und Schutzkappen der verschiedensten Industriezweige und Branchen ab. Wenn es um mechanisch weniger stark beanspruchte Tauchteile wie Griffhüllen für Handwerkzeuge und bei Ummantelung von Bauteilen um Korrosions- statt Stoßschutz oder eher um eine gute Griffigkeit der Oberfläche geht, ist eine Härte von 75 Shore A eine gute Wahl.  Bei starker mechanischer Beanspruchung beschichteter Bauteile, die sowohl eine gute Abriebfestigkeit als auch hervorragende elektrische Isolationseigenschaften aufweisen sollen, kommt ein Plastisol mit der Härte von 85 Shore A zum Einsatz. Die härteste und somit auch gerade noch zu dem Weich-PVC-Typen zählende Plastisol-Type mit 96 Shore A ist hervorragend geeignet, wenn die Tauchteile eine hohe Steifigkeit und Abriebfestigkeit vorweisen müssen.

Neben der Härte unterscheiden sich die verschiedenen Weich-PVC-Typen auch in der Zusammensetzung. Insbesondere die phthalatfreien Weich-PVC-Typen eröffnen die Verwendung von Weich-PVC im medizintechnischen und therapeutischen Bereich, für Spielzeuge und Produkte mit längerfristigem Hautkontakt.

Weich-PVC besitzt aufgrund seines Chlorgehalts von Natur aus gute Brandschutzeigenschaften. Das Material ist schwer entflammbar und zeigt ein selbstverlöschendes Verhalten, sobald die Zündquelle entfernt wird. Aber Vorsicht: im Brandfall werden gesundheitsschädliche Rauchgase freigesetzt, die grundsätzlich nicht eingeatmet werden dürfen. Im normalen Einsatz stellen PVC-Tauchteile jedoch keine Gefahr dar; Risiken entstehen erst bei starker thermischer Zersetzung.

Ja, Weich-PVC ist optional auch in elektrisch ableitfähigen Ausführungen erhältlich. Durch Hinzugabe von speziellen Additiven zu bestehenden Plastisol-Rezepturen kann der elektrische Widerstand gezielt reduziert werden, sodass elektrostatische Aufladungen sicher abgeleitet werden. Elektrisch ableitfähiges Weich-PVC wird beispielsweise für Beschichtungen von Handwerkzeugen eingesetzt, in denen ein Schutz vor elektrostatischer Entladung (ESD) erforderlich ist.

Detektierbares Weich-PVC enthält metallische bzw. magnetisch detektierbare Additive, damit Materialreste mechanisch beschädigter oder verlorener Schutzkappen von Metalldetektoren oder Röntgensystemen insbesondere in der Lebensmittel-, Pharma- und Verpackungsindustrie erkannt und zum Schutz der Verbraucher ausgesondert werden können.

Für Weich-PVC-Tauchteile mit magnetischen Partikeln existieren fast ausschließlich Anwendungsfälle, die die Detektierbarkeit und nicht die Nutzung einer tatsächlichen Magnetfunktion voraussetzen.

Weich-PVC ist hervorragend geeignet, um Bauteile gegen elektrische Spannung zu isolieren und den Anwender zu schützen. Die Durchschlagsfestigkeit des Materials beträgt mindestens 15-20kV pro mm Materialdicke und ist damit absolut vergleichbar mit Silikon, wenn nicht sogar etwas überlegen.

Durch spezielle Materialzusätze können die elektrischen Eigenschaften gezielt angepasst werden, beispielsweise für elektrisch ableitfähige oder detektierbare Anwendungen.

Kleine Mengen gebrauchter Weich-PVC-Tauchteile können in vielen Regionen über den Restmüll eines Privathaushalts entsorgt werden. Für größere Mengen sowie gewerbliche Kunststoffabfälle gelten die jeweiligen lokalen Entsorgungs- und Recyclingvorschriften. Weich-PVC ist grundsätzlich recyclingfähig und sollte nach Möglichkeit einer geeigneten Verwertung zugeführt werden.

Ja, Weich-PVC ist grundsätzlich recyclingfähig. Ob und in welcher Form ein Recycling möglich ist, hängt von der Materialzusammensetzung, dem Verschmutzungsgrad und den regional verfügbaren Verwertungswegen ab. Bitte beachten Sie die für Sie geltenden Entsorgungs- und Recyclingvorschriften.

FAQ: Auswahl und Montage von PVC-Rund- und Rechteckkappen

Damit sich eine PVC-Rundkappe leicht montieren lässt und gleichzeitig verliersicher auf dem Bauteil sitzt, müssen der Außendurchmesser des Bauteils und der Innendurchmesser der Kappe aufeinander abgestimmt sein. Für eine leichte Handmontage empfehlen wir den Innendurchmesser der Schutzkappe um 0,2- 0,5mm, für die Funktion eines sicheren Transportschutzes empfehlen wir den Innendurchmesser um 0,5 – 1,0mm kleiner auszuwählen.

Grundsätzlich sollte der Innendurchmesser der Rundkappe etwas kleiner als der Außendurchmesser des zu schützenden Bauteils gewählt werden. Durch die Elastizität des Weich-PVC dehnt sich die Kappe bei der Montage leicht auf und legt sich anschließend mit einer gewissen Vorspannung an die Oberfläche des Bauteils an. Dadurch entsteht der gewünschte sichere Halt.

Neben dem Durchmesser spielt auch die Kappenlänge eine wichtige Rolle. Längere Rundkappen bieten in der Regel eine größere Kontaktfläche und sitzen daher sicherer als kürzere Ausführungen. Oft ist es sinnvoller, eine etwas längere Kappe zu wählen, anstatt den Durchmesser stark zu verkleinern.

Bei härteren PVC-Materialien und längeren Kappen sollte die Maßdifferenz zwischen Kappe und Bauteil geringer ausfallen, damit die Kappe weiterhin problemlos montiert werden kann.

PVC-Rechteckkappen werden auf das Ende eines normierten Vierkantrohrs oder Rechteckprofils aufgesteckt. Was so einfach klingen mag, ist je nach Abmessung der Schutzkappen unterschiedlich leicht, aber in jedem Falle ohne Hilfswerkzeuge machbar. Um den verliersicheren Sitz der Rechteckkappen zu gewährleisten ist eine Vorspannung der Kappen auf dem Bauteil notwendig. Die Vorspannung wird über ein geringes Untermaß der längeren Rechteckabmessung erzielt. Bei einer Rechteckkappe 8 x 12mm ist das Maß 12 im Untermaß gefertigt. Das kleinere Maß der Rechteckkappe lässt sich zunächst ohne Mühe auf das Vierkantrohr aufsetzen. Mit flacher Handinnenfläche und mit etwas Schub in Richtung der längeren Abmessung, wird die Kappe bis zur Kante geschoben und abschließend mit etwas Kraftaufwand darüber gestülpt. Etwas Wasser mit einem Spritzer Geschirrspülmittel auf der Oberfläche eines der beiden Bauteile genügt, um die Montage nochmals etwas zu erleichtern.

FAQ: PVC-Gießverfahren

Das Gießverfahren eignet sich besonders für massive Kunststoffteile, bei denen ein Spritzguss aufgrund großer Wandstärken, großer Wandstärkenunterschiede oder geringer Stückzahlen wirtschaftlich oder technisch weniger sinnvoll wäre.

HAMCO verarbeitet hochwertige PVC-Plastisole der Covytec®-Werkstoffreihe. Diese werden speziell auf die jeweiligen Anforderungen hinsichtlich Härte, Flexibilität und Einsatzgebiet abgestimmt.

Technische Werkzeugoberflächen werden sehr gut reproduziert. Bereiche ohne Werkzeugkontakt können jedoch eine leicht unruhige Oberfläche aufweisen. Für dekorative Hochglanzoberflächen ist das Verfahren deshalb nur eingeschränkt geeignet.

Besonders wirtschaftlich ist das PVC-Gießverfahren für Kleinserien, Vorserien, Ersatzteile sowie regelmäßig wiederkehrende Fertigungsaufträge mit überschaubaren Stückzahlen.

Die Herstellung der Werkzeuge ist deutlich kostengünstiger als bei komplexen Spritzgießwerkzeugen. Dadurch können auch kleinere Projekte wirtschaftlich umgesetzt werden.