Manche kennen dies: viel zu tun, sehr viel zu tun, Dauerstress, ständig weitere Themen und neue Termine –man macht und tut und kommt im Grunde genommen nicht voran. Gegenüber den KollegenInnen wahrt man das Bild. „Alles gut, alles ist ok.“ Doch dann kommt irgendwann der Moment, wo man unter der Last in die Knie geht. Knirsch. Knacks. Das Bild hat einen Riss bekommen.
Kunststoffe können ganz ähnlich reagieren, auch wenn die Bauteile von außen völlig gesund aussehen, aber voller innerer, eingefrorener Spannungen stecken. Und dann kommt dieser eine äußere Einfluss, eine mechanische Belastung oder ein Kontakt mit einem chemischen Agens, den der Kunststoff nicht besonders mag.
Wir betrachten es daher als ganz normal, dass eine glasähnliche Salatschüssel aus transparentem Kunststoff, die nach vielen Malen im Geschirrspüler rund um den mittigen Anspritzpunkt sichtbare Silberfischchen, aber noch nicht spürbare Spannungsrisse, im Kunststoffgefüge aufzeigt. Und dass, obwohl die Hersteller dieser Haushaltswaren alles Notwendige unternehmen, um die inneren Spannungen des Formteils so gering als möglich zu halten. Die gute Nachricht, die aber gleichsam zum Nachdenken anregt: so schnell geht die Kunststoffschüssel nicht kaputt.