Rheologie

Morgenmuffel vs. Partyvulkan

Bei niedriger Temperatur sind Kunststoffe steif und träge – wie ein Mensch kurz nach dem Aufwachen und ohne Kaffee. Mit steigender Temperatur kommt Bewegung ins Spiel – die Party kann schon bald beginnen.
Die Kunststoffgranulate schmelzen im Inneren des beheizten Spritzgießzylinders auf und werden durch die Drehbewegung der Schnecke zunehmend beweglich und dort zu einer homogenen Masse miteinander vermischt. Es entsteht eine heiße, fast Lava-ähnliche Schmelze, die endlich auf die Party losgelassen werden will. Der anfangs zäh-fließende, heiße Kunststoff wird beim Spritzgießen durch enge Kanäle bis ins Werkzeugnest gedrückt – der Vulkanstrom bewegt sich sehr schnell, kommt aber im kalten Nest ebenso plötzlich zum Stehen. Dort angelangt, lehnt sich der zügig abkühlende Massestrom an die Werkzeugwand, ruht dort für eine Weile aus, wird zunehmend steif und träge. Die Party ist zu Ende, als er rausgeschmissen wird.

Rheologie beschäftigt sich also mit Kunststoffmassen, die unter Einfluss von Wärmeenergie fließfähig werden. Thixotropie die einfach erklärte Begrifflichkeit des letzten Newsletters, beschreibt eine Veränderung der Fließfähigkeit von wiederum anderen Massen, die nur dem Einfluss von Bewegung geschuldet sind.

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