Friktionswärme

Warum reibt man im Winter seine Hände kräftig aneinander, wenn man kalte Finger hat? Weil beim schnellen Reiben Bewegungsenergie in Wärme umgewandelt wird. Und genau dieses physikalische Phänomen macht man sich bei der Kunststoffverarbeitung, dem Spritzgießverfahren, gleich mehrfach zu nutze.

Wir erinnern uns bei der Erklärung des Begriffs der Rheologie, dass die Kunststoffgranulate im einem von außen beheizten Spritzgießzylinder aufgeschmolzen und homogenisiert werden. Das passiert durch die Drehbewegung der Schnecke, bei der das harte und noch kalte Granulat an der heißen Zylinderwand entlang reibt, dort anschmilzt und das Gemisch aus schon heißer Schmelze und noch kaltem Granulat mit viel Kraftaufwand nach vorne zur Schneckenspitze geschraubt wird. Dabei reiben die Granulatkörner aneinander und werden durch enge Spalte zwischen Schneckensteg und heißer Zylinderwand gequetscht. Es entsteht zusätzliche Reibungswärme. Der Spritzgießzylinder muss deshalb weniger stark von außen erhitzt werden.

Beim anschließenden Einspritzvorgang wird die heiße Schmelze auf ihrem Weg zur Werkzeugkavität durch enge Verteilerkanäle und Anspritzpunkte gejagt, wobei wiederum nützliche Reibungswärme entsteht, die die heiße Masse so lange fließfähig hält, bis sie im gekühlten Werkzeug erkaltet und als Kunststoffformteil entformt werden kann.

Und wenn nach all der Reibung, der Kunde ein präzises Kunststoff-Formteil von uns erhält, das seinen Wünschen vollends entspricht, reibt er sich womöglich auch mal kurz die Hände.

Beitrag teilen: